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Der globale Holocaust

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Antisemitismus nimmt weltweit zu. Alte Verschwörungstheorien, linker Antizionismus und islamischer Judenhass bedrohen die jüdische Gemeinschaft und den Staat Israel.

Der Judenhass hat sein Stigma verloren und ist in vielen Ländern in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und er ist zu einem globalen Phänomen geworden. Die neue Qualität des Anti­semitismus betrifft nicht die Inhalte, sondern vielmehr diese zunehmende Verbreitung und die Tatsache, dass neue Trägerschichten davon erfasst sind. Linker Antizionismus der Globalisierungskritiker, erstarkender Antisemitismus von rechts und der radikal-islamische Judenhass machen ihn so gefährlich.

Studien zeigen, dass seit der Jahrtausendwende die Zahl antisemitisch begründeter Straftaten angestiegen ist. Immer mehr Menschen bekennen sich zu einer offen israelfeindlichen Gesinnung, die nicht weniger ist als politisch verbrämte Judenfeindschaft. Israelkritik wirke gleichsam wie ein Ventil für angestaute antisemitische Haltungen, stellen die Autoren verschiedener Untersuchungen fest.

Leserbriefe mit Hetzsprüchen gegen Juden erreichten die deutsche Wochenzeitung «Jüdische Allgemeine» bis vor einiger Zeit nur in anonymer Form. Heute schreiben Lehrer, Journalisten oder Professoren mit vollem Namen und Adresse an die Zeitung und geben ihren Aversionen und Vorurteilen unbeschwert Ausdruck. Sie berufen sich gerne auf Prominente – wie etwa Jürgen Möllemann, Udo Steinbach, Norbert Blüm, Rupert Neudeck oder Günter Grass.

Dass niederländische Politiker bei Demonstrationen mitmarschieren, auf denen Hamas-Anhänger «Juden ins Gas» skandieren, ist kein Skandal mehr. Ein Skandal wird es erst, wenn man sie deshalb als Antisemiten bezeichnet. Der Sprechgesang «Hamas, Hamas – Juden ins Gas» gehört zur niederländischen Stadionfolklore.

In Schweden regt sich kaum jemand darüber auf, dass die sozialdemokratische Parteichefin Mona Sahlin, die gute Chancen hat, Schwedens nächste Ministerpräsidentin zu werden, neben der Hamas-Flagge gegen Israel demonstriert.

In Sorge und zunehmender Gefahr sind auch die Juden in Frankreich. Ihnen setzt neben dem Antisemitismus der Linken, der auch in Deutschland virulent ist, die immer grössere muslimische Minderheit zu. Es vergeht kaum ein Tag ohne Angriffe auf jüdische Bürger und Anschläge auf Synagogen. Mehrere Menschen wurden entführt und schwer misshandelt, ermordet.

In Deutschland ist die Delegitimierung Israels in der Öffentlichkeit weit fortgeschritten. Das rechtsgerichtete Wochenblatt «Junge Freiheit», in smarter Aufmachung von eloquenten Neorechten raffiniert gemacht, wurde noch vor wenigen Jahren von seriösen Politikern gemieden. Es präsentiert seine Thesen subtil, hinter teils auch seriöser Berichterstattung. Längst ist es nicht mehr anrüchig, den Redakteuren der «Jungen Freiheit» die Aufwartung zu einem Interview zu machen. Sie geben sich mit Anzug und Krawatte gesittet und gutbürgerlich.

In der Israelfeindschaft treffen sich alte Unbelehrbare verschiedenster Couleur mit neuen Linken und sind sich mit dem muslimisch motivierten Israelhass schnell einig. Der Judenhass eint eine bizarre Koalition.

In der Gemeinde der eher links orientierten politisch Korrekten ist eine politisch überzogene Israelkritik längst Standard.

Das Gift der antijüdischen Propaganda ist aus der Rhetorik vieler Medien, etwa der Staatsmedien im Venezuela des Hugo Chavez oder auch in der Türkei, an der Tagesordnung.

Dieser muslimisch motivierte Antisemitismus in den regierungsfreundlichen Medien setzt den Juden in den islamischen Ländern, auch in der Türkei, besonders zu. Die türkischen Juden leben, nach schweren Angriffen auf Synagogen mit vielen Toten und der täglichen Hetze in Fernsehsendungen und Zeitungen in Angst. Ohne Zweifel hat die systematische Herabsetzung jüdischer Menschen und des Judentums auch Auswirkungen auf die Vorstellungen der vielen Türken, die in Europa leben.

Für die schwindende Zahl der Juden in muslimischen Ländern ist die islamische Renaissance längst lebensbedrohlich geworden. Mittelalterliche Verschwörungstheorien, wonach die Juden durch Brunnenvergiftung die Pest entfacht hätten, um Einfluss zu gewinnen, finden heute in der muslimischen Welt ihr Pendant in der Behauptung, «die Juden» stünden hinter der Schweinegrippe. Die iranische Nachrichtenagentur «Fars» schreibt solches ebenso wie die Londoner Tageszeitung «Al-Quds al-Arabi», die dazu noch Karikaturen veröffentlicht, die israelische Politiker als Schweine zeigen. Auch Zeitungen in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten veröffentlichen solche Verschwörungstheorien. Im ägyptischen Fernsehen behauptet der Gelehrte Ahmad Abd Al-Salam: «Juden infizieren Lebensmittel mit Krebs.»

Der TV-Sender Al-Dschasira ist beständiges Forum für prominente Mullahs wie Sheik Yusuf al-Quaradawi, einer der bedeutendsten sunnitischen Kleriker, der mit Verweis auf den Koran dazu auffordert, Juden zu töten. Der weltweit zu empfangende Sender ist im Besitz und unter Kontrolle der Regierung von Katar. Die vermeintlichen «Protokolle der Weisen von Zion», die schon vor 120 Jahren erfunden wurden, um Juden zu verleumden, werden auf Al-Dschasira in aktualisierten Versionen verbreitet. Das ägyptische Fernsehen produziert eine 41-teilige Serie mit Elementen aus den «Protokollen». Sie wird in allen arabischen Ländern ausgestrahlt.

In der einen oder anderen Form sind die Thesen der «Protokolle der Weisen von Zion» in den Köpfen der Menschen verankert. Etwa wenn von «jüdischem Finanzkapital», von einer Steuerung der Finanzkrise durch geheime Mächte, von einem jüdischen Streben nach Weltherrschaft die Rede ist oder davon, eine «jüdische Lobby» bestimme die Politik ganzer Staaten, etwa der USA.

Verschwörungstheorien leben von der paranoiden Vorstellung, man sei das Opfer bösartiger, finsterer, unsicht- barer Kräfte. Auch Christen können darauf hereinfallen. Wo das Böse an gehei mem Ort ausgeheckt wird, eine geheime Organisation dahintersteckt, da muss man sich nicht mehr mit dem Bösen in seinem eigenen Herzen auseinandersetzen.

Der Judenhass, in vielen Ländern gezielt geschürt, ist zunehmend eine Bedrohung für die Menschen – in Europa, in Südamerika, in Russland, in der islamischen Welt und auch in Asien.

Dass diese antijüdische Stimmung weltweit so starken Zulauf hat, begünstigt den Epochenwandel der amerikanischen Israelpolitik. Wirklich global werden kann eine gegen Israel gerichtete Politik nur, wenn auch Amerika Israel den Rücken kehrt.

Autor: Thomas Lachenmaier

• Wolfgang Benz: «Der Hass gegen die Juden. Dimensionen und Formen des Antisemitismus.» Metropol Verlag.
• Lars Rensmann, Julius H. Schoeps: «Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa.» Verlag für Berlin-Brandenburg.

Quelle: Factum-Online

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Autor: Achim

Hallo, ich heiße Achim, von Beruf Druckereikaufmann und seit längerer Zeit auch Blogger. Aber nicht von Beruf, sondern nur aus Spaß. Mein Lieblingsthema ist "Christsein so wie es Jesus gemeint hat." Ich hoffe Dir hat dieser Artikel gefallen. Über Dein Feedback würde ich mich riesig freuen ;-)
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