Oh Herr Mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glaube bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn, wer da hingibt, der empfängt:
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
dem Hl. Franziskus zugeschrieben
Die Gemeinde Jesu kehrt immer wieder zu den Füßen des Herrn zurück und macht sich die Bitte des unbekannten Jüngers zu eigen: “Herr, lehre uns beten!” Und Jesus, der Meister des Gebets, antwortet weiter: “Wenn ihr betet, so sprecht: Abba, Vater.” Das ist nicht eine einfache Ermahnung. Es ist viel mehr. Mit diesen Worten läßt Jesus die Jünger an seiner Beziehung mit dem Vater teilhaben. Beim Gebet steht daher noch vor den Worten an erster Stelle die Tatsache, Söhne und Töchter des Vaters im Himmel zu sein. Und beten ist daher vor allem eine Art zu sein – Kinder zu sein, die sich mit Vertrauen an den Vater wenden, in der Sicherheit, daß er auf sie hören wird.
Jesus lehrt, zu Gott “unser Vater” zu sagen, und nicht einfach “Vater” oder “mein Vater”. Der Jünger ist auch, wenn er persönlich betet, nie isoliert oder eine Waise. Er ist immer Teil der Familie des Herrn. Im gemeinsamen Gebet erscheint deutlich nicht nur das Geheimnis der Kindschaft, sondern auch das der Brüderlichkeit. Die Väter in der Antike sagten: “Man kann nicht Gott zum Vater haben, wenn man nicht die Kirche zur Mutter hat.”
Nichts ist ohne das Gebet möglich, alles ist mit dem Gebet möglich, das mit Glauben ausgesprochen wird. Die Bewohner von Nazaret mit ihrem Unglauben verhindern sogar, daß der Herr Wunder wirkt (Lk 4,23); und auch den Jüngern gelang es nicht, Heilungen zu vollbringen, als sie nicht beteten und nicht fasteten (Mt 17,19). Das Gebet überwindet die Ohnmacht der Menschen. Es geht über das hinaus, was man für unmöglich hält und erlaubt Gott, in dieser Welt mit seiner Macht einzugreifen.
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