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	<title>3TageZeit &#187; Reich</title>
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		<title>Hochmut kommt nach dem Beifall und vor dem Fall.</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 13:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mammon]]></category>
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		<description><![CDATA[In dem Züricher Nobellokal Kronenhalle wurde mit dem Besteck aufs Geschirr geklopft und gebuht, und einige einflussreiche Gäste forderten ein Lokalverbot für die Person, welche gerade das Lokal betreten hatte. Was war im Oktober 2008 geschehen? Die besagte Person bis &#8230; <a href="http://www.3tagezeit.de/2009/04/hochmut-kommt-nach-dem-beifall-und-vor-dem-fall/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.3tagezeit.de/wp-content/uploads/2009/04/beifall.png" class="liimagelink" rel="lightbox[398]"><img class="alignnone size-full wp-image-399" title="beifall" src="http://www.3tagezeit.de/wp-content/uploads/2009/04/beifall.png" alt="beifall" width="499" height="127" /></a></p>
<p>In dem Züricher Nobellokal Kronenhalle wurde mit dem Besteck aufs Geschirr geklopft und gebuht, und einige einflussreiche Gäste forderten ein Lokalverbot für die Person, welche gerade das Lokal betreten hatte. Was war im Oktober 2008 geschehen?</p>
<p><span id="more-398"></span></p>
<p>Die besagte Person bis zu diesem Zeitpunkt, wenn sie in Zürich war, fast jeden Abend in der Kronenhalle. Ein Herr am Nachbartisch konnte sich einmal folgende Bemerkung hörbar nicht verkneifen: „Der Mann hat Nerven! 40 Milliarden in den Sand gesetzt, und sitzt hier, als wäre nichts geschehen.“ Das dachten sich wohl einige der gutsituierten Gäste, die alle viel Geld verloren hatten und die den Ex-Bankier missmutig beobachteten. Auffallend: Marcel Ospel, der sonst gern dem Whisky zuspricht, trank keinen Tropfen Alkohol, nur Mineralwasser. Der Beobachter: „Wahrscheinlich Medikamente.“ Tranquilizer gegen den Stress? Zigaretten rauchte er viele. Früher gefeiert als erfolgreichster Schweizer Banker, danach geächtet mit einem Lokalverbot.</p>
<h3>Möchten Sie reich sein?</h3>
<p>Träumen Sie auch, wie Millionen von Menschen, reich zu sein? Stellen Sie sich hin und wieder vor, was sie mit dem vielen Geld alles machen würden? Nun, ich kann Sie beruhigen, es besteht keine Gefahr, dass Sie reich werden – und einmal so enden, wie Herr Ospel oder wie der frühere Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel, der soeben zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Million Euro Strafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde und nun ebenfalls gesellschaftlich geächtet wird.</p>
<p>Ein Blick in die Biographien derjenigen, die durch Arbeit (und nicht durch Vererbung) reich wurden zeigt, dass diese Menschen besessen sind vom Geldverdienen. Nur Menschen, für die das Geld und alles was damit verbunden ist (Ansehen, Macht, Sex …) das Wichtigste im Leben ist, haben eine reelle Chance reich zu werden – oder im Gefängnis zu landen. Nur wer vom Gedanken besessen ist, reich zu werden, ist bereit 18 statt acht Stunden am Tag zu arbeiten, auf jeglichen Luxus zu verzichten, um das Geld horten und investieren zu können, und alles zu unternehmen, um in einem Geschäft richtig erfolgreich zu werden – egal was es an Zeit und Energie kostet.</p>
<p>Wir alle sind immer mal wieder konfrontiert mit der Frage, was bin ich bereit zu opfern für meine Arbeit und das Geld: wie viel Zeit für mich und meine Liebsten, wie viel meiner ausserberuflichen Aktivitäten und meiner Gesundheit, wie viel meiner Werte und meiner Selbstachtung,? Die meisten, die es durch Arbeit geschafft haben reich zu werden, waren bereit, grosse Opfer zu bringen und einen sehr hohen Preis zu bezahlen. Das Problem ist: ob es sich gelohnt hat, zeigt sich erst am Ende des Lebens, wie die beiden oben dargestellten Beispiele sehr deutlich zeigen.</p>
<h3>Schnell reich?</h3>
<p>Reich zu werden kostet nicht nur viel, sondern dauert auch lange. Es gibt keinen schnellen Weg zum Reichtum, auch wenn der Blick ins Fernsehprogramm mit all denn „Schnell-Millionär“ oder „Schnell-Star“ Sendungen etwas anderes vorgaukelt. Das mussten in den letzten Monaten sehr viele Menschen, die durch Investition und Spekulation schnell reich werden wollten, schmerzhaft lernen. Es ist schon ein sehr erstaunliches Bild, wenn sich z.B. ein Chirurg darüber beschwert, dass er 100‘000 Franken, die doch eigentlich für die Privatschule der Kinder vorgesehen waren, an der Börse verloren hat. Ein solcher Arzt würde sich wohl niemals von einem Medizinstudenten im ersten Semester dabei raten lassen, wie er einen Darmverschluss zu operieren hat; aber dem Tipp eines Kollegen, eine Journalisten, eines Taxifahrers oder eines Junior Anlageberaters folgt er. Und er wäre entsetzt, wenn ein Anlageberater anfangen würde, Menschen aufzuschneiden. Dennoch finden er und seinesgleichen es aber keineswegs gleich schockierend, wenn sie selbst Geld investieren in einem Bereich, in dem sie keine Ausbildung und keine Erfahrung haben. Wer ahnungslos mit den Haifischen schwimmt, muss sich nicht wundern, wenn er statt reich blutend raus kommt.</p>
<p>Es gibt Akteure an den Börsen, die es besser wissen müssten, und denen wir darum in der Regel unser Geld anvertrauen bzw. anvertrauen müssen (weil wir keine Wahl haben!): Pensionskassenmanager. Um so mehr können wir uns nur wundern, wenn wir in diesen Tagen lesen, wie viele Milliarden diese „Profis“ verloren haben: Seit Mitte Juli 2007 haben die Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz über 30 Milliarden Franken verloren. Der Anteil der Kassen mit einer Unterdeckung dürfte laut Experten per Ende 2008 auf gegen 50 % angestiegen sein. Nimmt man den BVG-Index aus dem Jahr 2005, so liegen die Verluste zwischen 11,5% und 31%. Dies beweist: Wissen und Erfahrungen allein genügen nicht, um reich zu werden bzw. zu bleiben. Es braucht noch eine starke persönliche Betroffenheit und mächtige Treiber wie z.B. Gier, Angst und Neid. Ohne diese ist niemand bereit, all die Opfer auf sich zu nehmen, um reich zu werden bzw. zu bleiben.</p>
<h3>Tip</h3>
<p>Mein Rat an dieser Stelle lautet nicht, gieriger, ängstlicher und neidischer zu werden, sondern sich die Mittelschicht als Ziel zu setzen. Mittelschicht?! Wie langweilig und spiessig, werden Sie denken. Die Mittelschicht ist doch am aussterben. Lassen Sie sich nicht beirren. Die Mittelschicht ist die grösste soziale Gruppe in unseren Breitengraden. Und in der Mittelschicht können Sie sehr zufrieden und wohlständig leben – sicher besser als in der – heute so geächteten und nur mit vielen Opfern zu erreichenden Oberschicht (Kapitalisten) oder der zunehmend in die Armut abrutschenden Unterschicht (Proletarier). Das Leben in der Mittelschicht beinhaltet einerseits genug Annehmlichkeiten, die uns motivieren uns ausreichend anzustrengen, um nicht abzurutschen. Andererseits ist es in der Mittelschicht nicht so unangenehm, als dass wir gezwungen sind, um jeden Preis reich zu werden.</p>
<p>In diesem Sinne verhalten wir uns sehr rational, wenn wir uns zur Mittelschicht bekennen. Wenn Sie sich diese Erkenntnis immer mal wieder in Erinnerung rufen, werden sie zufriedener und glücklicher. Sie können sich immer wieder sagen:</p>
<blockquote><p>„Plage dich nicht damit ab, reich zu werden; du weisst es doch besser! Denn ehe du dich&#8217;s versiehst, hat dein Reichtum Flügel bekommen und entschwindet deinen Augen wie ein Adler, der zum Himmel aufsteigt“ (Sprüche 23,7).</p></blockquote>
<p><em>Autor Dr. Thomas Giudici</em></p>
<p><em><a href="http://www.3tagezeit.de/wp-content/uploads/2009/04/contemplation-c2bb-hochmut-kommt-nach-dem-beifall-und-vor-dem-fall-c2bb-print.pdf" class="lipdf">PDF-Download</a><br />
</em></p>
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