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Was ist Luxus?

Eltern verstehen nicht, warum ihre Kleinkinder die unmöglichsten Dinge – Schnickschnack – unermüdlich sammeln und als ihre grössten Schätze liebevoll hüten, obwohl sie selbst jahrelang kleine Papierfetzen (Briefmarken) mit grösster Liebe ablegen.

Was ist Luxus?

Es gibt reiche Menschen, die ein Zimmer mit Fenster für das Kindermädchen für Luxus halten und gleichzeitig ein Haus mit vier Zimmern pro Familienmitglied als Existenzminimum sehen. Im Mittelalter baute jede Stadt so viele Kirchen, dass das gesamte Volk zehnmal Platz gehabt hätte, während die modernen Kirchenfürsten die Kirchen für so überflüssig halten, dass sie diese verkaufen, um sie als Nachtlokale nutzen zu lassen. Auf der in Basel zu Ende gegangenen Weltmesse für Uhren und Schmuck «BASELWORLD» konnten die Besucher Uhren kaufen, die so viel kosten wie ein Einfamilienhaus, auch wenn sie selbst kaum in der Lage sind, wache Zeit im eigenen Haus mit der Familie zu verbringen.

Was ist Luxus?

Luxus ist ein lateinisches Wort und bedeutet Verschwendung, Liederlichkeit oder auch üppige Fruchtbarkeit (so gesehen wird die statistische Erkenntnis, dass das grösste Armutsrisiko in der Schweiz die eigenen Kinder sind, ins Gegenteil verkehrt). Die Definition, was Luxus ist, ist immer subjektiv und willkürlich. Was gestern noch Luxus war, z.B. ein Auto, mit dem der Bauer über Feld und Wiesen fahren kann, ist morgen schon eine Notwendigkeit, z.B. für die Mutter, welche die Kinder in die Nahe gelegene Schule bringen muss. Was als Luxus betrachtet wird, hängt stark von kulturellen und ethischen Standards, der sozialen Stellung des Urteilenden und nicht zuletzt auch von der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung ab. Auffällig ambivalent ist die aktuelle Entwicklung. Die Werbung betont offen und häufig den Luxus-Charakter bestimmter Produkte, um möglichst viele zu verkaufen, wodurch diese Produkte das generische Merkmal eines Luxusgutes – die Knappheit – verlieren. Was Luxus ist und wie er bewertet wird unterliegt einem sozialen Wandel. Im antiken Rom zum Beispiel war Luxus zeitweise verpönt und entsprechend wurde das Konsumverhalten der Bürger genau reguliert. Frauen galten damals als «ungezähmte Kreaturen» mit «unkontrollierbarem Verlangen». Darum schrieb das Anti-Luxus Gesetz (Lex Oppia) aus dem Jahr 215 v. Chr. unter anderem vor, dass keine Frau mehr als ein Dutzend Paar Schuhe – Entschuldigung, das ist natürlich ein Freud‘scher Verschreiber – mehr als eine Unze Gold besitzen dürfe.

Und jetzt die gute Nachricht für die «Normalos»: Die grösste Schwierigkeiten, Luxus zu geniessen, haben die Superreichen. Sie haben so viel Überfluss, dass sie ständig am meckern und zutiefst unzufrieden sind, weil er sie nicht mehr zu entzücken vermag. Eines der tröstlichen Merkmale des Überflusses ist, dass er sich nur dann luxuriös anfühlt, wenn er uns nicht ständig umgibt.

Was ist Sperrmüll?

Zum Sperrmüll zählen sperrige Haushalts-Gegenstände, die wegen ihrer Grösse oder Beschaffenheit nicht in die zugelassenen Abfallbehälter passen und daher nicht mit dem Hausmüll in einer Mülltonne entsorgt werden können. An bestimmten Tagen, wenn Sperrmüll-Abfuhr ist, erinnern manche Ortsteile an die Slums der Dritten Welt.

Selbst die Stadtreinigung ist manchmal von der Sperrmüll-Menge völlig überfordert und schaffte es nicht, die Abfallberge weg zu transportieren. Gemessen am Abfall scheinen die Menschen eine unfassbare Menge an Überflüssigem, Austauschbarem, Unnötigem und damit – im Sinne der Definition – Luxuriösem zu haben, mit dem sie liederlich umgehen. Das Leben scheint mit Gütern vermüllt zu sein, die vor allem dann ein positives Lebensgefühl auslösen, wenn sie kostenlos entsorgt werden können.

Es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass der Wunsch, Dinge zu besitzen, die ein ganzes Leben halten und durch ihr Alter sogar noch wertvoller werden, nicht mehr opportun ist – gerade auch in der aktuellen Wirtschaftskrise. Weniger Überflüssiges zu konsumieren wäre das genaue Gegenteil von dem, was die Obrigkeit von uns in diesen Krisentagen fordert und durch billiges Geld fördert: Konsum! Wer nicht kauft schadet der Wirtschaft, so lautet das Credo der aktuellen Wirtschafts(krisen)politik.

Anregung und Tips

In unseren Überflussgesellschaften haben wir immer mehr Dinge und immer weniger Zeit, weil uns die Dinge beschäftigen. Wir müssen sie auswählen, kaufen, arrangieren, pflegen, reparieren und entsorgen. In diesem Sinne bedeutet Luxus auch eine Verschwendung von bzw. ein liederlicher Umgang mit (Lebens-) Zeit. Sie werden sofort mehr Zeit haben, wenn Sie sich von Dingen trennen, die Sie nicht brauchen. Vielleicht hilft Ihnen bei der Selektion die ebenso einfache wie nüchterne biblische Erkenntnis: „Wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen“ (1. Timotheus 6,6).

Achten Sie beim Kauf von Dingen darauf, dass diese dauerhaft halten und Ihnen nicht (Lebens-) Zeit stehlen, weil sie unnütz oder unnötig sind und Sie sie immer wieder reparieren oder ersetzen müssen. Vielleicht hilft bei dieser Selektion der Gedanke: Hätten meine Erben bei diesen Gütern auch noch Freude oder auch noch einen Nutzen wenn ich schon mit leeren Händen gegangen bin?

Hallo, ich heiße Achim, von Beruf Druckereikaufmann und seit längerer Zeit auch Blogger. Aber nicht von Beruf, sondern nur aus Spaß. Mein Lieblingsthema ist "Christsein so wie es Jesus gemeint hat." Ich hoffe Dir hat dieser Artikel gefallen. Über Dein Feedback würde ich mich riesig freuen ;-)

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